100 Jahre Rax-Seilbahn
Geburtstag einer IkoneAls der Knappenhof, errichtet vom "Rax-König" Camillo Kronich, 1908 erstmals seine Türen öffnete und bedeutende Persönlichkeiten wie Sigmund Freud oder Arthur Schnitzler begrüßte, mussten diese sich noch zu Fuß hinauf auf die Rax begeben. Bequemer ging es erst auf 1.546 Meter, als die Seilbahn im Juni 1926 ihre Dienste aufnahm. 2026 markiert nun 100 Jahre Rax-Seilbahn.

Gegen alle Widerstände
Ihre Geschichte begann freilich schon etwas früher. Denn als 1842 die Semmeringbahn die Region erschloss, kam mit ihr nicht nur der Adel vermehrt zur Sommerfrische in die Region. Auch Intellektuelle, Kunstschaffende und Schriftsteller fanden sich ein, um die frische Luft und das herrliche Panorama zu genießen. Wer nicht selbst gehen wollte, musste mit einem Maultierwagen nach oben gebracht werden. Zwischen 1899 und 1913 gibt es immer wieder Pläne, auf der Rax ein "Palasthotel" zu errichten. Zunächst stellen sich Alpinvereine quer, als schließlich eine Bewilligung erfolgt, macht der Erste Weltkrieg das Projekt zunichte. Im September 1924 beginnt man allerdings mit Vermessungsarbeiten. Eine Seilbahn soll nämlich künftig den Gipfel erschließen. Die Arbeiten gehen zügig voran. Selbst im tiefsten Winter 1925 werden Stützen aufgestellt.
Die Eröffnung der Rax-Seilbahn erfolgt nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit am 9. Juni 1926 durch Bundespräsident Michael Hainisch. Es ist die erste Personenseilschwebebahn in Österreich, weshalb sich der Besucherandrang sehen lassen kann. In eleganten, 24 Personen fassenden Kabinen lässt man sich hinaufbringen. Kosten der Bergfahrt: 5 Schilling (entspricht der heutigen Kaufkraft von ca. € 24,40). Selbst Marie Bonaparte, Prinzessin von Griechenland und Dänemark, aber auch eifrige Schülerin von Sigmund Freud und später selbst bedeutende Psychoanalytikern, kam, um die Attraktion mit ihren Kindern selbst auszuprobieren.

Zufluchtsort Rax
Während der schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs erlebte der "Hausberg der Wiener" immer mehr Zulauf. Als willkommene Abwechslung und eine Art "Zufluchtsort" begrüßte man immer mehr Wintersportfans mit ihren Skiern am Gipfel. Bis zu 240.000 Personen pro Jahr nutzen die Rax-Seilbahn. In der Nachkriegszeit lebt die Sommerfrische wieder auf, der Besucherandrang ist ungebrochen. So geht es allerdings nicht ewig weiter. Als die Rax-Seilbahn 1983 vor dem Aus steht, springt Unternehmer Fritz Scharfegger ein und bewahrt sie vor dem Bankrott.
Mit der Gründung der Festspiele Reichenau kommt auch die Sommerfrische wieder. Und mit ihr bergaffine Gäste. Noch heute, wenn 100 Jahre Rax-Seilbahn gefeiert werden, sind sie beeindruckt: Die Seilbahn führt von 528 Meter auf 1.546 Meter und benötigt dafür im Durchschnitt gerade einmal acht Minuten. Sie ist das ganze Jahr im Einsatz und ist nur für Revisionsarbeiten kurzfristig geschlossen. Während man mit ihr dem Gipfel entgegenschwebt, kommt man nicht umhin zu staunen. Noch heute handelt es sich um einen Geniestreich der Ingenieurskunst, errichtet zu einer Zeit, als auf 1.000 Einwohner gerade einmal 3 Autos kamen und von modernen technischen Hilfsmitteln noch keine Spur war.

Sommer-Impressionen
vom Knappenhof



Rückzugsort Knappenhof: damals wie heute
Gäste des Knappenhofs haben das Glück, direkt am Fuße der Rax wohnen zu können. Sie können sich mit der Rax-Seilbahn, deren Talstation nur rund zehn Autominuten vom Knappenhof entfernt liegt, gemütlich hinauf auf den Gipfel bringen lassen. Dort erwartet die Gäste nicht nur der Alpengarten mit seinen außergewöhnlichen Gewächsen, sondern auch die Möglichkeit, am Plateau spazieren zu gehen. Am 12. Juni 2026, dem offiziellen Start in die Jubiläumssaison, können Bergfreunde die Bahn zu vergünstigten Tarifen nutzen und spannende Einblicke hinter die Kulissen gewinnen.
Besonders schön ist der Abstieg über den Törlweg. Er findet sein Ende – oder seinen Beginn, je nachdem, in welche Richtung man startet – direkt hinter dem Boutiquehotel Knappenhof. Wie seit über 100 Jahren und seit dem Beginn des Tourismus in der Raxregion ist er ein Hideaway für Gäste, die das Besondere schätzen.



