Bergwandern ohne Höhenmeter
Unterwegs am RaxplateauIn den Bergen ist die Luft sauber, die Aussicht imposant und die Natur Taktgeberin. Durch die dünne Luft bildet der Körper neue Blutkörperchen, der Stoffwechsel wird angekurbelt und das Herz-Kreislauf-System trainiert. Menschen mit Allergien und Asthma können aufatmen und Gestresste profitieren von schnell sinkendem Cortisolspiegel. Es gibt also viele Gründe, weshalb man in den Bergen wandern sollte. Wer die Aussicht, nicht aber den Aufstieg will, kann am Raxplateau gemütlich Bergwandern ohne Höhenmeter überwinden zu müssen.

Bergerlebnisse in der Nähe von Wien
Man kann es kaum glauben, wenn man am Raxplateau steht und den Blick über die beeindruckende Kulisse schweifen lässt, aber es ist wahr: Die Hauptstadt Wien ist nur eine einstündige Zugfahrt vom Bahnhof Payerbach-Reichenau entfernt. Mit dem RUFbus oder den Regionalbussen der Linien 341 und 342 gelangen Bergsportbegeisterte dann direkt an die Talstation der Raxseilbahn. Mit ihr schwebt man in knapp 8 Minuten der Bergstation auf 1.545 Meter Seehöhe entgegen.
Rings um einen erstrecken sich oben 34 Quadratkilometer Hochplateau auf 1.500 bis 2.000 Metern. Das Wandergebiet ist weitläufig und alpin, gleichzeitig aber auch ideal für alle, die sich zu den Genusswandernden zählen. Bergwandern ohne Höhenmeter funktioniert zum Beispiel auf der klassischen Strecke von der Bergstation zum Ottohaus, von ihr weiter zur neuen Seehütte und zurück zur Bergstation über den Seeweg. Die Route ist etwa 11 Kilometer lang und in 3,5 bis 4 Stunden absolviert. Noch weniger körperlichen Aufwand muss man betreiben, wenn man sich auf den halbstündigen Spazierweg von der Bergstation zum Ottohaus begibt und von dort direkt den Rückweg antritt.

Warum das Ottohaus besonders ist
Ein wenig am Ottohaus zu verweilen, lohnt sich. Einerseits natürlich wegen des herrlichen Panoramas. Andererseits, weil der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud ebenso wie der renommierte Psychiater Viktor Frankl, beide Gäste am Knappenhof, hier viel Zeit verbrachten. Freuds "Fall Katharina", der die Tochter der damaligen Hüttenwirtin behandelte, ging in die Geschichte der Medizin ein.
Direkt unterhalb der Hütte breitet sich der über 4.000 Quadratmeter große Alpengarten aus. Hier wachsen 200 verschiedene Pflanzenarten, manche von ihnen streng geschützt. Edelweiß, Enzian, Alpendost und Trollblumen kann man aus nächster Nähe betrachten. Hinter dem Haus führt ein unscheinbarer Weg hinauf auf eine Aussichtswarte. Von ihr ist der Ausblick Richtung Höllental noch viel beeindruckender. Darauf erst mal einen der bekannten Grammelknödel mit Sauerkraut oder ein Germknödel!

Wandern
rund um den Knappenhof



Akropolis der Rax: Habsburghaus
Wer länger Zeit hat, kann eine Plateauquerung zum Habsburghaus auf 1.785 Meter in Angriff nehmen. Auch diese Tour kommt mit wenig Steigung aus, allerdings sind die Wege etwas anspruchsvoller. Man ist hier auch auf alpinen Pfaden unterwegs. Die Strecke ist in eine Richtung 8,5 Kilometer lang und ist von sportlichen Wandernden in etwa 2,5 Stunden bis 3 Stunden überwindbar. Das Ziel, die "Akropolis der Rax" ist das traditionsreiche Habsburghaus, das auf einer Kuppe in freiem Gelände thront. Bei einer Tourenplanung sollte man unbedingt die letzte Abfahrt der Gondel ins Tal und das Wetter im Blick behalten. Die reine Gehzeit beträgt rund sechs Stunden, die Strecke ist hin und retour 17 Kilometer lang.
Die geschichtsträchtige Alpenvereinshütte wurde 1899 feierlich eingeweiht und ist berühmt für seine atemberaubenden Sonnenuntergänge. Damit man die gefahrlos bewundern kann, steht ein Matratzenlager bereit, in dem 65 Gäste übernachten können, es gibt außerdem 36 Betten in Zimmern. Von der Hüttenterrasse fällt der Blick auf die Schneealpe, den Ötscher und den Hochschwab. Die Hütte ist von Mai bis November bewirtschaftet, Montag ist Ruhetag. Man kann das Habsburghaus nur zu Fuß erreichen. Alternativ können Ausdauernde natürlich anstatt der Raxseilbahn auch den berühmten Törlweg Richtung Tal nehmen, dann sollte man aber noch mindestens zwei zusätzliche Stunden einrechnen.



