Wandern gegen Stress
Sport als wirksames MittelDass Sport gegen Stress hilft, hört man immer wieder. Aber warum ist das eigentlich so? Welche Prozesse im Körper sorgen dafür, dass wir uns nach einer Bewegungseinheit viel weniger gestresst fühlen? Wir haben uns auf die Suche nach Antworten begeben. Schließlich startet direkt hinter dem Hotel Knappenhof mit dem Törlweg einer der schönsten Wanderwege der Umgebung.

Bewegung sorgt für Erholung
Ein Termin hier, einer da, für den nächsten eigentlich schon wieder zu spät dran und das Wochenende ist auch vollkommen verplant? Viele Menschen empfinden chronischen Stress. Dauernde Erreichbarkeit, verschiedene Verpflichtungen und hohe Ansprüche an die eigene Perfektion fordern ihren Tribut. Wer ständigen Stress empfindet, hat nämlich einen erhöhten Herzschlag und Blutdruck, der Körper wird vom Aktivitätshormon Kortisol geflutet und ist in dauernder Alarmbereitschaft. Das macht erschöpft, genervt, angespannt und im Grunde auch krank.
Es ist naheliegend, dass man sich in solchen Situationen nichts sehnlicher wünscht als eine gemütliche Couch und ein faules Wochenende. Körperliche Anstrengung steht da ganz weit unten auf der Bucketlist. Wer beim Gedanken an eine Tour hinauf auf die Rax schon müde wird, kann vielleicht gar nicht glauben, dass anstrengende körperliche Bewegung ein wirksames Mittel gegen Stress ist.

So wirkt Sport gegen Stress
Denn dass es überhaupt zu Stressgefühl kommt, dafür sind Cortisol und Adrenalin verantwortlich. Dem Urzeitmenschen hat es gute Dienste erwiesen, denn die Hormone versetzen in Alarm und aktivieren den Fluchtinstinkt. Wenn der Säbelzahntiger hinter dem Busch lauert, ist das durchaus hilfreich. Der Urzeitmensch floh. Er rettete damit nicht nur sein Leben, sondern unterstützte durch die körperliche Bewegung den Abbau der beiden aktivierenden Substanzen.
Nun fehlt dem modernen Büromenschen der Säbelzahntiger, doch bedrohliche Situationen, die Stress verursachen, gibt es dennoch viele. Elternsprechtag, Gehaltsverhandlung, Deadlines, um nur einige zu nennen. Das Gehirn unterscheidet Lebensgefahr nicht von solchen Situationen. Weil wir in der Regel vor Bedrohungen nicht mehr physisch davonlaufen, fehlt natürlich auch der natürliche Abbauweg von Adrenalin und Cortisol. Dafür braucht es Muskelarbeit und eine gesteigerte Durchblutung.

Sommer
am Knappenhof



Wandern fürs Gehirn
Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, kann tatsächlich stressresistenter werden. Der Körper hat dabei nämlich positiven Stress, den sogenannten Eustress. Wer dann auf anderen Bereichen des Lebens in fordernde Situationen gerät, bleibt ruhiger und reagiert mit weniger Cortisolausschüttung. Wer sich anstrengt und damit beschäftigt ist, genügend Luft zu bekommen, hat außerdem selten die Kapazitäten, sich den Kopf über (zusätzliche) Probleme zu zerbrechen. Sport lenkt ab, verschiebt den Fokus und gibt oft auch einen neuen Blickwinkel auf Situationen.
Durch die Bewegung zirkuliert Blut besser, auch im Gehirn. Es wird verstärkt mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert sich, das Gehirn bildet neue Verbindungen, die Merkfähigkeit steigt. Gleichzeitig tun sich Menschen, die sich viel bewegen, mit der Regulierung ihrer Gefühle leichter. Weil Sport Endorphine und Serotonin ausschüttet, die für gute Stimmung zuständig sind, fühlen sich Menschen, die sich viel körperlich bewegen, oft zufriedener und glücklicher.



