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Singles Day

Was der 11.11. mit Alleinsein zu tun hat

Den 11. November kennt man in unseren Breitengraden vor allem für zwei Dinge. Einerseits handelt es sich dabei um den Martini Tag, der zu Ehren des Heiligen Martin von Tours gefeiert wird und uns nicht nur die Martinigans, sondern auch eine schöne Herbsttradition geschenkt hat. Andererseits ist an diesem Tag auch der offizielle Faschingsbeginn. Seit wenigen Jahren hört man nun auch immer wieder vom Singles Day. Doch was wird da gefeiert? Und warum?

Frau beim Dinner, © Vladyslav Tobolenko, Unsplash

Symbolträchtiges Datum

Der Singles Day ist eine relativ neue Erfindung: Im Jahr 1993 riefen Studierende der Universität Nanjing in China den 11. November als Singles Day - oder Guanggun Jie - aus. Sie wählten das Datum, weil die Zahl 1 für "eine Person", also einen Single, steht. Ursprünglich feierten vor allem alleinstehende, junge Männer. Vorzugsweise bei Partys samt Karaoke, Essen und Getränken. Der "Feiertag" möchte zum einen unterstreichen, dass man auch ohne Partnerschaft ein glückliches und erfülltes Leben führen kann. Zum anderen dient er aber auch dazu, um an Events teilzunehmen, die vielleicht doch dazu führen, einen Herzensmenschen zu finden. Man denke an Blind Dates oder Speed-Dating-Veranstaltungen.

Die vier Einsen im Datum können aber auch eine weitere Bedeutung haben: "Du bist der einzige Mensch für mich". Wer in einer Partnerschaft lebt oder frisch verliebt ist, kann das Datum also auch zum Anlass nehmen, um dem Gegenüber seine Wertschätzung zu zeigen und Liebe auszudrücken. Ein Brauch, der sich bei den Singles eingebürgert hat, ist das Frühstück: Vier frittierte Teigstäbchen (Youtiao) stehen für die Einsen, ein Baozi für den Punkt dazwischen.

Herzlbaum

Von der Studenten-Feier zum Shopping-Erlebnis

Natürlich dauerte es nicht besonders lang, bis auch Unternehmen den Singles Day zum Anlass nahmen, um ihre Produkte zu verkaufen. Restaurants, Bars und vor allem Online Shops bieten am 11. November besondere Rabatte. Mittlerweile ist dieser Tag in Sachen Online-Shopping weltweit sogar umsatzstärker als der Black Friday. Schon seit ungefähr zehn Jahren befindet sich der Singles Day auch in Europa auf dem Vormarsch, selbst in Österreich nutzt man ihn für Sonderangebote.

Was dabei ein bisschen aus dem Blick gerät, ist die ursprüngliche Intention des Tages. Nämlich herauszustreichen, dass man auch alleine glücklich sein kann. Dabei ist gerade das von großer Bedeutung, denn Alleinsein kann eine Kraftquelle sein. Es gibt keine Beziehung, die so dauerhaft ist, wie jene zu uns selbst. Wir müssen mit uns allein klarkommen können - schließlich verbringen wir mit niemandem so viel Zeit wie mit uns. Wer das gemeistert hat, den wirft so schnell nichts aus der Bahn. Ohne Einflüsse von außen können wir erkennen, wer wir sind, was wir wollen und wo unser Platz im Leben ist.

Singles Day, © Artem Beliaikin, Unsplash

Wie man Alleinsein lernen kann

Wer nie lernt, allein zu sein, ist immer auf andere angewiesen. Und wer sein Glück von anderen abhängig macht, gibt anderen Menschen Macht über das eigene Gefühlsleben. Natürlich ist es nicht immer leicht, allein zu sein. Aber es gibt ein paar Tipps, mit denen man nach und nach lernt, alleine glücklich zu sein. Egal, ob in einer Partnerschaft oder ohne:

  • Selbstfürsorge leben: Buchen Sie für den nächsten Frühling eine Auszeit am Knappenhof. Verbringen Sie bewusst Zeit mit sich allein in der Natur, lassen Sie sich von unserer Küche verwöhnen und tun Sie ausschließlich, worauf Sie Lust haben.
  • Dankbarkeitsjournal führen: Schreiben Sie jeden Abend schöne Situationen des Tages auf und halten Sie fest, wofür Sie dankbar sind. Wenn Sie Ihren Fokus auf die positiven Seiten lenken, werden Ihnen immer mehr auffallen.
  • Inne halten: Fragen Sie sich regelmäßig, ob Sie aktuell tun, was Sie glücklich macht. Wenn nicht, dürfen Sie Ihren Kurs adaptieren.
  • Solo-Aktivitäten planen: Gehen Sie ruhig einmal alleine ins Restaurant, machen Sie lange Spaziergänge, nehmen Sie an einer Stadtführung teil - und hören Sie dabei Ihren Gedanken zu, anstatt sich vom Handy ablenken zu lassen.

Allein wandern, © Chad Madden, Unsplash

Wichtig: Alleinsein-Können ist nicht dasselbe wie Einsamkeit! Alleisein kann man bewusst genießen, weil dabei der soziale Druck wegfällt, man kann sein, wie man ist und tun, wonach einem der Sinn steht. Alleinsein kann sich positiv auf das Stresslevel und unser Glücksempfinden auswirken. Einsamkeit hingegen ist ein nagendes Gefühl, das als stark negativ wahrgenommen wird und traurig macht. Dieses Gefühl der Leere kann sehr belastend sein. Wer an Einsamkeit leidet, tut sich nichts Gutes, wenn er den Zustand einfach hinnimmt. Dann muss gegengesteuert werden, zum Beispiel durch Engagement in einer Gruppe. Wie wäre es zum Beispiel, sich Wanderbegeisterten anzuschließen?

Eisstockbahn

Unser Tipp!

In den kalten Monaten haben wir eine Eisstockbahn auf der Terrasse geöffnet. Die kann alleine und in der Gruppe bespielt werden. Wer weiß, vielleicht finden sich hier ja neue Bekanntschaften? Oder stellen Sie lieber einen Rekord gegen sich selbst auf?