Leben mit den Jahreszeiten
Der HerbstWer bewusst durchs Leben geht, weiß, dass jede Jahreszeit in Österreich ihre ganz besonderen Seiten hat. Man muss sich nur die Zeit nehmen, diese zu entdecken. Wer mit den Jahreszeiten lebt, indem er Ernährung, Lebensstil und Lebensrhythmus anpasst, kann so ganz nebenbei das körperliche und geistige Wohlbefinden steigern. Wie ein Leben mit den Jahreszeiten im Herbst aussehen könnte.

Was bedeutet Leben mit den Jahreszeiten?
Früher, als noch viele Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt waren, war es eine Selbstverständlichkeit, sein Leben im Einklang mit den Jahreszeiten zu leben. Im bäuerlichen Kalender war das Leben zwar hart und arbeitsreich, gleichzeitig aber auch von der Gewissheit geprägt, dass es für alles einen passenden Zeitpunkt gibt: Es gab eine Zeit zu säen, zu pflegen, zu ernten und zu ruhen. Während der Arbeit draußen erfuhr das Immunsystem automatisch eine Art Trainingslager, zudem waren Bewegung, frische Luft und viel Vitamin D für den Körper und Geist durchaus gesunde Begleiterscheinungen der Arbeit am Acker und Feld.
Heute verbringen die meisten Menschen viel Zeit in künstlich beleuchteten Innenräumen. Egal ob sommers oder winters tun sie ihre Arbeit - meist im Sommer genauso wie im Winter. Nun zeigt sich allerdings ein Trend, wieder mehr im Einklang mit den Jahreszeiten leben zu wollen. Zu tun hat dieser Umstand sicherlich auch damit, dass wir uns in einer komplexer werdenden Welt nach dem vermeintlich einfacheren Leben von damals sehnen. Einem Leben, in dem Arbeit ein klar definierter Zeitraum war und wir ihre Früchte nicht nur im übertragenen Sinn ernten konnten. Zudem hat man entdeckt, dass es uns durchaus gut tut, Jahreszeiten bewusst zu erleben.

Weil nicht immer Sommer ist
Diese Bewegung steht im starken Kontrast zu dem, was wir heute kennen. Schließlich gibt es im Supermarkt das ganze Jahr über Erdbeeren zu kaufen, wenn das Wetter nicht passt, verlegen wir das Fitnesstraining aufs Laufband und selbst im August knabbern wir nun schon an Lebkuchen. Theoretisch könnte also jede Jahreszeit sein - oder keine. Jahrtausende lang war der Mensch darauf angewiesen, sich an den Jahreszeiten zu orientieren, um zu überleben. Dieser Instinkt ist noch tief in uns verankert, den wird man nicht so leicht los. Schon gar nicht innerhalb weniger Jahrzehnte Menschheitsgeschichte.
Fangen wir also damit an, Jahreszeiten wieder bewusster wahrzunehmen. Und nicht nur dann, wenn es um die Frage geht, ob die Fellstiefel sein müssen oder es Flipflops tun. Das macht einerseits jede Menge Spaß und kann andererseits sehr viel für ihr körperliches und mentales Wohlbefinden tun. Natürlich müssen Sie nicht sofort ihr komplettes Leben umkrempeln oder sich auf die Suche nach einem Bauernhof machen. Es reichen schon ein paar einfache Maßnahmen.

Leben mit den Jahreszeiten im Herbst
Viele Menschen tun sich schwer damit, vom Sommer Abschied zu nehmen. Doch nur weil die langen, heißen Tage voll Grillaromen, Aperol Spritz und Sonnencreme nun erst mal Pause haben, ist das Leben draußen nicht vorbei. Im Gegenteil! Ziehen Sie Ihren kuscheligen Strickpullover an und machen Sie sich auf zu einer entdeckungsreichen Wanderung. Genießen Sie den Herbst in den Bergen und alles, was dieser an Schönheit mit sich bringt. Halten Sie verfärbte Laubbäume fotografisch fest, zum Beispiel den Ausblick vom namensgebenden Törl am Törlweg hinunter ins herbstlich bunte Tal. Tanken Sie noch genügend Sonnenstrahlen, das ist wichtig für die Produktion von Vitamin D.
Der Herbst ist bei schönem Wetter zwar ideal für Outdooraktivitäten, doch kürzer und kühler werdende Tage, die sich oft auch von ihrer nassen Seite zeigen, zwingen uns gleichzeitig dazu, etwas herunterzuschalten. Wie die Natur sollten wir uns langsam auf den Winter vorbereiten und bewusst entschleunigen. Jetzt können wir uns ohne FOMO ("Fear of Missing Out", also die Angst, etwas zu verpassen) mit einem guten Buch zurückziehen, eine Tasse Tee genießen und etwas mehr Ruhe einkehren lassen.

In kulinarischer Hinsicht sind da natürlich auch noch viele andere Köstlichkeiten, die jetzt Saison haben. Wie wäre es zum Beispiel mit frischen Pilzen, deftigem Wildbret, Wurzelgemüse, Kürbisgerichten, Äpfeln und Nüssen?
