Kreislauf der Natur
Herbst ist mehr als bunte BlätterBevor sich die Natur in ihren Winterschlaf begibt, sind einige Vorbereitungen notwendig. Der Herbst ist dadurch eine wichtige Phase, in der weit mehr passiert, als das, was wir auf den ersten Blick wahrnehmen: das bunte Herbstlaub.

Warum verfärben sich Blätter?
Keine Frage, das bunte Kleid, das sich die Natur im Herbst überstreift, ist wunderschön anzusehen. Doch warum verfärben sich Blätter überhaupt? Tatsächlich tun sie das gar nicht. Das grüne Chlorophyll in den Blättern zerfällt, seine Energie speichert der Baum in seinen Wurzeln. Fehlt der grüne Farbstoff, werden andere Farbstoffe sichtbar, nämlich die gelben und die roten Pigmente. Als Zeichen, diesen Prozess zu starten, dienen für den Baum unterschiedliche Reize aus der Umwelt. So erkennen Pflanzen zum Beispiel an weniger Licht und sinkenden Temperaturen, dass der Herbst im Anmarsch ist.
Hat der Baum die Energie des Chlorophylls sicher in den Wurzeln verstaut, bildet er eine feine Trennschicht zwischen Blatt und Zweig. Bei Wind oder Regen fällt das Blatt schließlich ab. Dabei handelt es sich um eine Schutzmaßnahme. Denn müsste der Baum auch im Winter, wenn der Boden gefroren ist, versuchen, die Blätter mitzuversorgen, würde er vertrocknen. Nadelbäume sind besser an Kälte und Trockenheit angepasst. So enthalten sie Frostschutzsubstanzen und speichern Wasser.

Gämsen im Nebel
Die abgefallenen Blätter erfüllen einen besonderen Zweck. Sie sind einerseits Zufluchtsort für Insekten und andererseits zersetzen Pilze, Bakterien, Käfer, Asseln und Regenwürmer die Blätter. Dadurch sinken wertvolle Nährstoffe in den Boden und stehen Pflanzen wiederum als Nahrung zur Verfügung. Wer selbst über einen Garten verfügt, kann Laub auch als Frostschutz für andere Pflanzen nutzen oder einen Laubhaufen als Unterschlupf für Igel liegen lassen.
Besonders in tiefer gelegenen Regionen liegt im Herbst häufig ein Nebelschleier. Der Herbst ist die typische Nebelzeit, weil die Luft tagsüber noch warm wird und dadurch viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. Abends sinkt die Temperatur der Luft, vor allem in der Nähe des Bodens, der schon stark ausgekühlt ist. Das Resultat: Die in der Luft gespeicherte Feuchtigkeit wird als feine Tröpfchen abgegeben. Was eine natürliche physikalische Reaktion ist, kann sich ziemlich auf die Stimmung legen. Graue Nebeltage ganz ohne Sonne machen nicht gerade gute Stimmung. Wir brauchen die Sonne nämlich unter anderem für die Bildung von Vitamin C, das stimmungsaufhellend wirkt.

Ein Tipp für graue Nebeltage: in die Berge fahren! Bei uns am Knappenhof können Sie zu wunderschönen Herbstwanderungen aufbrechen und sich oberhalb der Nebeldecke auch im Herbst noch eine gehörige Portion Sonne holen. In den Bergen kommt es seltener zu Nebel, weil hier die Luft meist trockener, wärmer und besser durchmischt ist. Hängt ein Nebelsee im Tal, entstehen dadurch faszinierende Fotomotive.
Zeit der Ruhe
Nicht nur die Flora, sondern auch die Fauna bereitet sich auf die Wintermonate vor. Die Murmeltiere (Marmota marmota) beispielsweise haben schon während der Sommermonate eifrig dafür gesorgt, dass sie ihren siebenmonatigen Winterschlaf gut überstehen: sie haben sich eine dicke Fettschicht angefuttert. Beginnen die Tage kürzer zu werden, geht's ans Heimwerken. Sie sammeln trockenes Gras und sorgen so für kuschelige Winterbaue. Sind sie damit fertig, finden sich mehrere Tiere im Bau zusammen, um eng aneinander gekuschelt ihren Winterschlaf zu verbringen. Das senkt den Energieverbrauch und hält die Tiere warm. Damit kein Eindringling ihre Ruhezeit stört und damit es warm bleibt, verschließen sie die Eingänge ihres Baus mit Erde.
Eichhörnchen und Dachse begeben sich nicht in den Winterschlaf. Sie folgen dem Kreislauf der Natur, indem sie sich in ihren Bau zurückziehen und den Herbst und Winter über weniger aktiv sind. Ein besonderes Faszinosum ist die Winterstarre bei Reptilien und Amphibien wie Fröschen oder Eidechsen. Sie fahren bei Kälte ihren Stoffwechsel extrem herunter und werden reglos. Damit sie keine Kälteschäden davontragen, produziert ihr Blut eine Art Frostschutz.

Was machen Gämsen im Winter?
Wandernde treffen auf der Rax besonders häufig auf Gämsen. Mit abnehmenden Temperaturen begeben sie sich in ihre Winterquartiere etwas tiefer im Tal und in Bergwäldern. Der Kreislauf der Natur sorgt dafür, dass sie dort auch im Winter Zweige, Rinden und Flechten finden. Ihr Fell ist im Winter sehr dicht; es schützt sie vor der Kälte. Man sieht Gämsen auch im Winter hin und wieder. Nämlich dann, wenn sie ein Sonnenbad nehmen. Auch unsere Schafe übersiedeln in ihr Winterquartier, wo sie auch dann bestens versorgt werden, wenn sich der Knappenhof in seinen Winterschlaf begibt.
Noch ist es aber nicht so weit. Bis später im Jahr haben Gäste die Möglichkeit, sich bei uns kulinarisch verwöhnen zu lassen und noch etwas Sonne zu tanken. Ab dem 16. Oktober ist außerdem Ganslzeit am Knappenhof! Dann serviert unser Chefkoch Tomaž Fink Bio-Weidegänse im Ganslmenü oder à la carte. Lassen Sie sich dieses Erlebnis nicht entgehen.
