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Oxymel

Was ist das und was hat es mit dem Knappenhof zu tun?

Wer den Instagram Account vom Knappenhof aufmerksam verfolgt, wird es gesehen haben: Unser Küchenchef Tomaž Fink hat ein großes Glas Magnolien Oxymel angerichtet. Doch was ist Oxymel? Wie kommt es zum Einsatz und wie kann man es selbst herstellen? Eine Spurensuche, die vom alten Rom bis in die Küche am Knappenhof führt.

Photo by Nhà Mật, Pexels

Eine kräftige Mischung

Der Begriff Oxymel kommt aus dem Griechischen. Er setzt sich aus den Worten für Essig ("oxos") und Honig ("meli") zusammen. Man könnte ihn also als "Sauerhonig" übersetzen. Im ersten Moment mag das nicht besonders ansprechend klingen, doch in Wahrheit handelt es sich um ein Getränk, das als eine Art Zaubertrank seinen Siegeszug rund um die Welt angetreten hat. So verabreichten die Römer ihren Soldaten "mel acetatum" als eine Art Vorfahr des Energy Drinks. In Frankreich schaffte es "Acétomellé" in die Medizinbücher, im Mittelalter verwendete man "ozzimeli" oder "oxymelite" als eine Art tägliches Stärkungsmittel.

Zur Zubereitung berief man sich auf altes Wissen und überlieferte Rezepturen. Auch die am Knappenhof so präsente Hildegard von Bingen bediente sich des Mittels. Die Grundzutaten sind bis heute Honig und Essig. Je nach Beschwerden mischte man klassische Heilkräuter dazu. Man verwendete den Sauerhonig als antibakterielles Heilmittel, zum Senken von Fieber, bei Husten, Verdauungsproblemen, Schwäche und Übelkeit eingesetzt. Aktuell feiert das über 4.000 Jahre alte Stärkungs- und Heilmittel Oxymel vor allem auf Social Media ein Comeback.

© Pexesl/Pixabay

Oxymel in der Küche

Medizinisches Fachpersonal wird nicht müde zu betonen, dass gesicherte Studien zu den oft übertriebenen Gesundheitsversprechen fehlen würden. Sie betonen, dass vor allem eine abwechslungsreiche, pflanzenbasierte Ernährung und die Antioxidantien aus Obst und Gemüse wie Beeren, Kohlgemüse, Knoblauch, Zwiebeln und Kräutern sowie Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Nüssen für die Gesundheit Vorteile bringen. Wie gut, dass das Essen am Knappenhof nicht nur köstlich ist, sondern auch aus vielen regionalen und saisonalen Zutaten unserer Partnerbetriebe besteht. Oft kommen diese sogar aus der unmittelbaren Umgebung und werden vom Küchenchef persönlich gesammelt.

Und Oxymel? Das kommt am Knappenhof als vielseitige Zutat zum Einsatz. Dank seinem ausgewogenen Verhältnis aus Säure und Süße eignet es sich zum Beispiel für Salatsaucen. Mit Soda oder Wasser aufgegossen, kann man es als Basis für alkoholfreie, spannende Drinks verwenden. Je nach Zutaten, etwa Thymian, kann es zum Ablöschen beim Braten und Rösten verwendet werden, um besondere Aromen zu unterstreichen. Und umsichtig eingesetzt, verleiht es Speisen eine spezielle Note. So passt Rosmarin Oxymel zum Beispiel gut zu Steaks.

© Cristian Rojas, Pexels

Oxymel selbst herstellen

Wer selbst mit Oxymel als "neue alte" Zutat in der Küche experimentieren möchte, kann Oxymel selbst machen. Für die Basis braucht es gerade einmal die beiden namensgebenden Zutaten Honig und Essig. Die beiden werden im Verhältnis von 3 Teilen Honig auf 1 Teil Essig gemischt. Wer es gern weniger süß hat, kann auch 1 Teil Honig mit 2 Teilen Essig mischen. Was einfach klingt, bietet aber jede Menge Rahmen für Experimente. So gibt es ja nicht nur eine Honigsorte oder eine Essigsorte, sondern derer eine ganze Menge. Weißweinessig ist zum Beispiel spritzig und mild, wodurch er gut zu Fisch oder Salaten passt. Soll das Oxymel Steaks, Wild oder Kartoffeln begleiten, sollte man Rotweinessig bevorzugen. Fruchtiger Apfelessig passt zu Oxymel für Desserts.

Wichtig ist, dass sowohl der Honig als auch der Essig ohne weitere Zutaten, also naturbelassen, sind. Auch in Sachen Honig haben experimentierfreudige die Qual der Wahl. Akazien- und Lindenhonig mit Apfelessig ergeben beispielsweise Oxymel, das gut zu Joghurt und Süßspeisen passt, während Waldhonig malzige Noten ins Oxymel bringt. Schon die Oxymel Basis gibt also viel Spielraum für Kreative.

Karfiol | Haselnuss | Rosinen | Petersilie

Kulinarik

am Knappenhof

Wir bitten zu Tisch!
Nahaufnahme gedecktes Frühstück im Hotel & Restaurant Knappenhof innen
Drei Patisserie Stücke in Nahaufnahme im Hotel & Restaurant Knappenhof

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Karfiol | Haselnuss | Rosinen | PetersilieWir bitten zu Tisch!Nahaufnahme gedecktes Frühstück im Hotel & Restaurant Knappenhof innen Drei Patisserie Stücke in Nahaufnahme im Hotel & Restaurant Knappenhof

Oxymel Varianten

Dann geht's aber erst an die weiteren Zutaten. Denn in Oxymel können viele verschiedene Pflanzen eingelegt werden: Thymian, Salbei, Löwenzahn, Lavendelblüten, Zimt, Ingwer ... auch hier sind dem Ideenreichtum kaum Grenzen gesetzt. Wie wäre es mit einem Oxymel aus Lindenhonig, Apfelessig und Rosenblüten zu Vanille-Eis? Oder einem Oxymel aus Thymian, Rosmarin, Rotweinessig und Waldhonig zum Steak? Ein bisschen Planung ist allerdings erforderlich, denn idealerweise ziehen die Pflanzenbestandteile 4 Wochen im Oxymel, kühl und dunkel bei etwa 10 Grad in einem sterilisierten, luftdicht verschlossenen Einmachglas. Täglich schwenken!

Und das Magnolien-Oxymel von unserem Küchenchef? Das süß-säuerliche Geschmacksprofil von Oxymel erhält durch die Beigabe von Magnolien ein ingwerartiges, blumiges und leicht scharfes Aroma. Weiße Magnolienblüten sind dabei dezenter und erinnern etwas an Zitronen oder Kardamom.

Gedeckter Frühstückstisch draußen beim Hotel & Restaurant Knappenhof

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