Kräuter auf der Rax
Der verkannte Superstar LöwenzahnZugegeben, für die meisten Kräuter auf der Rax und rundherum muss man ein bisschen den Blick schärfen. Aber einen Frühlingsboten kennt wahrscheinlich jedes Kind: den kräftig gelben Löwenzahn. Vielfach als Unkraut verkannt, verleiht er so mancher Almwiese leuchtende Farbtupfen. Er mag eine alltägliche Blume sein, doch die Einsatzgebiete des Löwenzahns sind vielfältig.

Ist Löwenzahn ein Kraut?
Wenn es um Kräuter auf der Rax geht, würden die meisten Menschen wahrscheinlich nicht als erstes an Löwenzahn denken. Dabei kann man ihn durchaus zu den Kräutern zählen, schließlich ist ein alter Name der Wildpflanze auch Milchkraut. Im Grunde bezeichnet man alle Pflanzen als Kraut, die keine hölzernen Teile bilden. Oft bezeichnet man Löwenzahn auch als Wildgemüse. Zu erkennen ist er leicht: So wächst die Pflanze auf sonnigen Wiesen und zeichnet sich durch die gelben Blüten sowie gezackten Blätter aus.
Nach der Hauptblütezeit im Mai verwandeln sich die Blüten in Samenstände, die an flauschigen "Segeln" hängen. Sie ermöglichen es, dass die Samen durch den Wind weit verbreitet werden. Der Name "Pusteblume" ist ein Resultat dieser Verbreitungsart. In Gärten ist der Löwenzahn als Unkraut in Verruf geraten. Dabei ist er sehr wertvoll für die Natur. Bienen und andere Insekten lieben den Nektar. Pollen von Löwenzahn sind sehr proteinreich, wodurch sie den Bienen-Nachwuchs stärken. Und wie wichtig Bienen und Insekten auch für das Leben von Menschen sind, ist ohnehin bekannt.

Löwenzahn als Heilkraut
Löwenzahn hat aber noch direktere Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Die Pflanze steckt beispielsweise voll Vitamine, unter anderem Vitamin A, C, K, E und D. Vitamin A untersützt die Augengesundheit, das Zellwachstum, die Haut und die Schleimhäute. Vitamin C ist wichtig für das Immunsystem, während VItamin K für die Blutgerinnung essenziell ist. Dazu kommen jede Menge Mineralstoffe. Die Bitterstoffe im Löwenzahn haben positive Effekte auf die Speichel-, Magensaft- und Gallensaftbildung. Die Einsatzgebiete in der Naturheilkunde sind daher vielfältig.
Man schätzt den Löwenzahn etwa bei Verdauungsbeschwerden. Er kann anregend wirken, die Leberfunktion unterstützen und bei Problemen wie Blähungen und Völlegefühl für Linderung sorgen. Seine harntreibenden Eigenschaften regen die Nieren an, außerdem verwendet man Löwenzahn in der Volksmedizin bei Hautproblemen und rheumatischen Erkrankungen sowie Gicht. Die beliebtesten Darreichungsformen sind Tees aus den Wurzeln und Blättern sowie Tinkturen. Wichtig ist, bei akuten Gallenproblemen keinen Löwenzahn anzuwenden!

Impressionen
vom Knappenhof



Der Löwenzahn in der Küche
Nicht nur als Tee und Tinktur, sondern auch als Zutat in der Küche ist die Pflanze überaus spannend. So sind die frischen Blättchen wegen ihres zarten, nussigen Geschmacks eine köstliche Ergänzung in jedem Salat. Die Löwenzahnwurzeln können dünn geschnitten in Butter und etwas Weißwein gedünstet werden. Löwenzahnblätter machen sich in Detox-Smoothies hervorragend. Man sollte jedoch beachten, dass die Blätter umso bitterer werden, je dunkler (älter) sie sind. Auch als Suppe und als Brotbelag machen die Pflanzenbestandteile eine gute Figur.

Die Löwenzahnblüten sind beliebte essbare Dekorationen, die Salaten und Desserts einen hübschen Farbtupfer verleihen. Eine Delikatesse sind Löwenzahnknospen: Man sammelt sie am besten jetzt im Frühling, wenn sie noch fest und geschlossen sind. Danach wäscht man sie und brät sie in Butter mit etwas Salz und Knoblauch an. Schmeckt köstlich aufs Brot, in den Salat oder einfach so!



