Heidi Neuländtner verwöhnt am Knappenhof

Das Sommerfrische-Juwel an der Rax könnte zur Pilgerstätte für Feinschmecker werden, die authentische Küche mit Innereien-Schwerpunkt schätzen.
13. April 2018

 

Heidi Neuländtner ist keine Köchin, die gerne in der ersten Reihe steht. Jahrelang arbeitete sie an der Seite von Ausnahmekoch Christian Petz und zuletzt werkte sie als Küchenchefin bei Harald Brunner im »das Spittelberg«. Zuvor war sie u.a. im Hotel Blaue Gans in Salzburg als Küchenchefin im Einsatz. Diese Stationen prägten die Handschrift von Neuländtner, die weniger Wert auf Teller-Architektur als auf stimmigen Geschmack der Gerichte legt. Sie pflegt eine traditionelle österreichische Küche mit viel Raffinesse und einem guten Gespür für die Qualität der Zutaten. Bei Petz lernte sie einen virtuosen Umgang mit Innereien und das Komponieren von herrlichen Fonds und Saucen.

 

Im »Knappenhof« am Fuße der Rax ist sie nun alleine für die Küche verantwortlich und hat eine kleine, aber verführerische Speisekarte zusammengestellt, die das jüngst renovierte Hotel zu einer begehrten Gourmet-Destination machen könnte. Ein Traum ist der lauwarme Kalbskopf auf zweierlei Art (12,90 Euro), als Sulz und gebacken. Pikant und geschmackvoll mit gutem Biss gerieten Blunzn-Agnolotti (9,90 Euro) von der Tageskarte. Das Kalbsbutterschnitzel (16,90 Euro für die große Portion) war zart und das dazugehörige Paprikakraut fein säuerlich, genau so muss es sein. Wunderbar saftig und weich wurde die geröstete Kalbsleber (21 Euro) mit Mispeln serviert. Die geschmorte Lammschulter war von allerhöchster Güte, das dazu servierte Bohnenragout herzhaft kräftig, aber stimmig (Fotos siehe unten). Ein kulinarisches Verwöhnprogamm, wie man es auf der Rax wohl noch nie gesehen hat! 

Der Knappenhof wurde im Jahr 1907 von Camillo Kronich, dem sogenannten Raxkönig, als mondändes Sommerfrische-Hotel erbaut. In seiner Geschichte beherbergte er zahlreiche prominente Gäste, darunter auch Sigmund Freud, der Kronichs Schwester Aurelia psychoanalytisch behandelte, in die Literatur ging sie als »Fall Katharina« ein. Durch das Engagement von Investor Hans Peter Haselsteiner konnte das Hotel im Jahr 2011 renoviert und auf modernen Stand gebracht werden. Ein kleiner Wellnessbereich lädt zum Saunieren und Entspannen, in den gemütlichen Stuben können die Schöpfungen von Neuländtner bei einem guten Glas Wein genossen werden.

 

Die Weinkarte ist überschaubar, bietet aber eine feine Auswahl von österreichischen Winzern, die die Vorliebe von Betreiberin Brigitte Klenner-Kaindl wider spiegelt. Publikumsmagnet ist die wunderbare Sonnenterrasse, von der man den prächtigen Ausblick genießen kann. Für Wanderer gibt es Kaffee und stets frischen Kuchen.

 

(Ein Dreigang-Menü kommt auf rund 36 Euro, vier Gänge schlagen mit 43 Euro zu Buche.)

 

Autor: Bernhard Degen

Fotos: @Falstaff/Degen

 


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